30. Juni. Halbzeit-Bilanz. Diese Fragen solltest Du Dir jetzt auf jeden Fall stellen:

Führung

Sicher reflektierst Du und prüfst Du regelmäßig wie es um den Zielerreichungsgrad mit Blick auf Deine eigenen, aber auch die Ziele Deines Teams / Bereichs steht.

Aber wie häufig nimmst Du Dir Zeit, um auch Dich als Führungskraft, Deine Rolle, Deine Fähigkeiten zu reflektieren und auf dieser Basis zu entscheiden, was es braucht, um noch professioneller zu werden?

Ruth Seliger gibt mir ihrer „Leadership-Map“ ein hilfreiches Modell an die Hand, um die Komplexität von Führung in den Griff zu bekommen.

Das Modell ist auch klasse, um für sich auf 3 verschiedenen Dimensionen betrachten zu können, wo man als Führungskraft eigentlich steht. Diese 3 Dimensionen beschreibe ich im Folgenden näher.

Reflektiere dazu für Dich!

  • Habe ich dieses Feld/diese Aufgabe von Führung überhaupt auf dem Schirm?
  • Wo stehe ich aus meiner Sicht in diesem Feld/mit Blick auf diese Aufgabe?
  • Wo sehe ich bei mir Entwicklungsbedarf?


1. Führung als Praxis

= die konkreten Aktivitäten des Führens mit den 3 Aspekten:

a) sich selbst führen

Es ist wichtig, sich als Führungskraft regelmäßig selbst zu reflektieren und die verschiedenen Dimensionen der Führung im Blick zu behalten.

Wann und wie oft nimmst Du Dir Zeit hierfür?

b) Menschen führen

Auch ist es Aufgabe der Führungskraft, die Bedürfnisse der Menschen und die Ziele der Organisation in Einklang zu bringen. Das geschieht vor allem über Kommunikation.

Wo stehst Du mit Blick auf dieses Feld? Wann hast Du zuletzt bewusst Dein Kommunikationsverhalten reflektiert?

c) einen Bereich / die Organisation führen

Hier geht es vor allem um das Treffen von Entscheidungen mit Blick auf Ziele, Ressourcen,
Beziehungen, Konflikte, Strategien, Prozesse, Produkte, Strukturen ….


Führung bedeutet in dieser Dimension, Entscheidungen zu all diesen Themen zu treffen
und zu entscheiden, welche Entscheidungen die relevanten sind.

Inwiefern hast Du das regelmäßig im Blick?


2. Führung als Profession

Führung muss aber nicht nur den Arbeitsalltag gestalten, sondern sich auch an

Qualitätsstandards messen lassen.

Professionelle Führung lässt sich dabei in 3 Feldern messen:

a) Wissen im Themenfeld Führung

  • Habe ich das nötige Wissen zu Führungstheorien, zum „Warum“ meiner Profession?
  • Und prüfe ich regelmäßig, welche Modelle für mich relevant und hilfreich sind?

Wann und wie regelmäßig tust Du das?

b) Rollenklarheit

  • Wer bin ich in dieser Organisation als Führungskraft?
  • Welche Erwartungen gibt es an mich, meine Verhaltensweisen?
  • Was bedeutet Führung in dieser Organisation?

Wann hast Du Dir diese Fragen zuletzt gestellt?

c) Führungsinstrumente

  • Welche Instrumente habe ich, um Führung in dieser Organisation umzusetzen?
  • Kann ich auf der Klaviatur der Instrumente spielen?

Wie schätzt Du Dich in diesem Bereich ein?


3. Führung als Prozess

Führung hat keinen Anfang und kein Ende, sondern ist ein kontinuierlicher Prozess.

„Führung hat immer damit zu tun, wie eine Organisation sich in einem unüberschaubaren
Umfeld von Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie zurechtfindet und wie sie dort erfolgreich
operiert“ (Ruth Seliger).

3 Prinzipien sind dabei entscheidend:

a) Wachsamkeit

Für erfolgreiches Operieren als Organisation braucht es wachsames Beobachten und
generieren von Information, wachsames Interpretieren, Erkennen von Potenzialen und
wachsames Nutzen, Entscheiden und Handeln.

Wo stehst Du hier mit Deinem Bereich?

b) Wertschätzung

Auch ist erfolgreiches Orientieren in unserer dynamischen und komplexen Umwelt nur
möglich mit Wertschätzung. Wertschätzung für die Gegebenheiten, alle daraus erwachsenden Möglichkeiten und Potenziale.

Wo stehst Du mit Blick auf dieses Feld?

c) Wirksamkeit

Das alles bleibt jedoch unnütz, wenn wir nicht ins Handeln kommen und dadurch
wirksam werden. Denn nur wer handelt, Entscheidungen trifft, aktiv wird und ist, hat
die Chance auf Erfolg.

Wie schätzt Du Dich in diesem Bereich ein?


Wie sieht Deine Halbjahresbilanz aus?

Und es ist kein Geheimnis: Nur wer regelmäßig innehält und reflektiert, was er eigentlich treibt, wird richtig gut in seinem Job – und der besteht als Führungskraft eben nicht nur darin, die Ziele zu 100 % zu erfüllen.

>> Welche Fragen nutzt Du, um zu reflektieren, wo Du als Führungskraft stehst?

Hier findest Du mehr zur Leadership-Map:

Ruth Seliger (2018). Das Dschungelbuch der Führung. Ein Navigationssystem für Führungskräfte.

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