Mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Ist das auch unter Kollegen so?

Führung

Kennst Du das?

Du öffnest die Tür zu einem Meetingraum und wo gerade noch kräftige Lacher und Stimmen den Raum beherrschten, wird auf einmal geschwind das Thema gewechselt.

Einer der Kollegen fängt an, sich extra breit am Tisch zu machen. Er verteilt großzügig seine Unterlagen und markiert eindeutig sein „Revier“. Denn nur noch neben ihm ist ein Platz am Tisch frei.

Ein anderer Kollege sieht sich bemüßigt, Dir nach alter Gentleman-Art den Stuhl zurechtzurücken.

Ein dritter ignoriert Dich völlig. Starrt auf sein Handy.

Nummer vier und fünf der Kollegen bleiben in ihr Gespräch vertieft, die Stimmen werden nach einigen Momenten wieder lauter. Und schließlich bedenken sie Dich mit einem unglaublich lustigen Spruch, der entweder Deine ihrer Meinung nach viel zu zickige Art thematisiert oder – bewusst oder unbewusst – unangemessen sexistisch ist.

Die nicht gegenderte Form des Wortes „Kollege“ verwende ich hier bewusst. Denn ich bin eine Frau. Und so sah im Unternehmen mein Alltag als weibliche Führungskraft unter fast ausschließlich männlichen Kollegen häufig aus.

Als Mann wärst Du super durchsetzungsstark, aber leider bist Du eine Frau und damit per definitionem mit demselben Verhalten zickig. Und so weiter…

Vermutlich kann jede Frau in einem Männer-dominierten Umfeld davon ein Lied singen. Nicht täglich, aber doch regelmäßig.

Allein unter Männern. Ein Alien?

Viele Studien haben mittlerweile gezeigt, dass die beiden Geschlechter sich mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede haben (das gilt kulturübergreifend!). Unterschiede sind zum Beispiel:

  • Männer zeigen sich konkurrenzfähiger, skeptischer, unabhängiger, sturer, kritischer und weniger empathisch.
  • Frauen haben mehr negative Emotionen und können mehr Angst, Frustration, Trauer, Selbstzweifel und Enttäuschung erleben.

Der eklatanteste (in psychologischen Studien identifizierte) Geschlechtsunterschied besteht aber darin, dass sich Männer vergleichsweise mehr für Dinge und Frauen eher für Menschen interessieren.

Am Dienstag war Internationaler Frauentag und das Motto lautete: #BreaktheBias

„Imagine a gender equal world. A world free of bias, stereotypes, and discrimination.

A world that is diverse, equitable, and inclusive.

A world where difference is valued and celebrated.

Together we can forge women’s equality.

Collectively we can all #BreakTheBias.“

Zum Glück gibt es – in meiner Erfahrung – zunehmend positive Beispiele dafür und Unternehmen, in denen sich die Kultur nicht mehr um Geschlechter, sondern in positiver Weise um viel mehr Aspekte von „Diversity“ dreht:

>> Welches positive Beispiel hast Du schon erlebt?

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