7. Dezember 2020

Das Geheimnis hinter gesteigerter Produktivität und mentaler Gesundheit in Deinem Team

Leadership Skills

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Höhere Produktivität und mentale Gesundheit mit „einer Klatsche erschlagen“? Ja, das geht!

Mit einer Geheimzutat kannst Du beides in Deinem Team deutlich verbessern. Mit einer Geheimzutat kannst Du in Dein Team nicht nur die Produktivität steigern, sondern gleichzeitig auch noch die mentale Gesundheit Deiner MitarbeiterInnen verbessern!

Die emotionale Bindung, die Deine MitarbeiterInnen mit Eurem Unternehmen und speziell auch innerhalb des Teams bzw. mit Dir als Führungskraft erleben, spielt dabei einer essenzielle Rolle.

Emotionale Bindung = höhere Motivation und höhere Produktivität

Wissenschaftliche Studien belegen eindeutig: Die emotionale Bindung eines Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin mit dem Arbeitgeber beeinflusst maßgeblich Zufriedenheit, Motivation und Produktivität.

Ein paar Zahlen dazu (Gallup Meta-Analyse 2016): In Unternehmen mit hoher emotionaler Bindung und Identifikation der MitarbeiterInnen vs. niedriger emotionaler Bindung …

  • ist die Produktivität um 17% höher.
  • ist die Rentabilität um 21% höher.
  • sind die Kundenkennzahlen um 10% besser.
  • ist die Abwesenheit 41% niedriger.
  • gibt es 40% weniger Qualitätsmängel.
  • gibt es 70% weniger Arbeitsunfälle.

Laut des Gallup Engagement Index 2019 fühlen sich aber nur 15 Prozent der Beschäftigten (in Deutschland) emotional ihrem Arbeitgeber verbunden. 69 Prozent dagegen haben nur eine geringe emotionale Bindung, machen quasi Dienst nach Vorschrift. Und die restlichen 16 Prozent (fast 6 Millionen Beschäftigte!) haben gar keine Bindung zu ihrem Unternehmen, d.h. sie haben bereits innerlich gekündigt.

Marco Nink, Regional Lead Research & Analytics EMEA von Gallup, betont:

„Führungskräfte müssen sich bewusst sein, dass sie diejenigen sind, die durch ihr Verhalten einen erheblichen Einfluss auf die Unternehmenskultur haben. Denn emotionale Bindung wird im unmittelbaren Arbeitsumfeld erzeugt.“

Mentale Gesundheit

Mentale Gesundheit beschreibt psychisches Wohlbefinden im Allgemeinen. Dazu gehört ein gesundes Selbstbild, die Qualität der Beziehungen zu unseren Mitmenschen, die Fähigkeit, mit Gefühlen und Stress umzugehen, schwierigen Situationen die Stirn bieten und sich bei Veränderungen anpassen zu können.

Mental gesunde Menschen besitzen eine gute Resilienz:

„Die Fähigkeit zu innerer Stärke wird in der Psychologie als Resilienz beschrieben. Resiliente Mitarbeiter können auf die Anforderungen wechselnder Situationen flexibel reagieren – eine lebenswichtige Fähigkeit, vor allem wenn der äußere und innere Belastungsdruck steigt.“

Sylvia Kéré Wellensiek, Handbuch Resilienztraining

Mental gesunde Menschen überwinden also Krisen leichter und können nach Schicksalsschlägen, Traumata wieder nach vorne schauen. Sie verkraften Phasen mit erhöhtem Stress besser.

Für mentale Gesundheit gibt es neben der individuellen Resilienz einen entscheidenden weiteren Einflussfaktor: Ein starkes soziale Umfeld.

Vertrauenswürdige Menschen an unserer Seite zu haben, die uns unterstützen und uns Auftrieb geben, multipliziert unsere eigene Kraft, uns in schwierigen Zeiten nicht unterkriegen zu lassen und Krisen zu meistern.

Das Arbeitsumfeld, die Beziehungen am Arbeitsplatz, insbesondere innerhalb des Teams, aber auch zur direkten Führungskraft spielen also auch für die mentale Gesundheit eine entscheidende Rolle!

Emotionale Bindung und mentale Gesundheit entstehen durch Wertschätzung

Was kannst Du als Führungskraft also tun, um die emotionale Bindung in Deinem Team zu verbessern?

Emotionale Bindung entsteht kurz gesagt durch Wertschätzung.

Wenn ich mich als MitarbeiterIn gesehen und geschätzt fühle, werden einige meiner grundlegenden menschlichen Bedürfnisse erfüllt: Zuwendung, Empathie, Anerkennung. Alles, was mich dazu bringt, mich einer Gruppe zugehörig, verbunden zu fühlen. Alles, was dafür sorgt, dass ich gerne in dieser Gruppe von Menschen bin. Denn:

„Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“

Wilhelm von Humboldt

In der heutigen Arbeitswelt scheint es jedoch häufig „emotional erkaltet“ zuzugehen. Egomanie, Narzissmus, Algorithmen und Gewinnoptimierung prägen unsere Gesellschaft. Entfremdung, reduzierter Kontakt, vermehrte Abwertung, sprachliche Verrohung und Aggression in anonymen, digitalisierten Welten …

… manchmal habe ich das Gefühl, daran zu verzweifeln.

Gegenseitige Wertschätzung, ein verständnisvoller Umgang, der von Respekt, Achtung und Empathie geprägt ist, haben für mich einen sehr großen Stellenwert. Dafür möchte ich stehen. Und deshalb habe ich es mir mit meinem Coaching-Business auch zum Ziel gesetzt, mehr Wertschätzung in die Arbeitswelt zu bringen. Mehr Wertschätzung, mehr gegenseitige Achtung, Respekt und Empathie.

Zu idealistisch?

Zu naiv?

Unrealistisch?

Was denkst Du?

Vom Wunder der Wertschätzung

Reinhard Haller (2020) beschreibt in seinem Buch „Das Wunder der Wertschätzung – Wie wir andere stark machen und dabei selbst stärker werden“ was nötig ist, um Wertschätzung zu leben. Um mehr Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Achtung und Anerkennung in unser persönliches Leben zu integrieren und eine wertschätzende Grundeinstellung zu entwickeln.

Aufgeschlossen zu sein, ist dabei der erste Schritt.

D.h. offen und neugierig zu sein gegenüber unseren Mitmenschen, ihren Ideen und Gedanken. Mit wachem Interesse der Welt begegnen, mit der Bereitschaft, sich auf einen offenen, wertungsfreien Austausch einzulassen, und mit der Bereitschaft, eigene Sichtweisen, Scheuklappen und Reaktionsmuster loszulassen.

Über ein offenes, neugieriges Interesse an unserem Gegenüber mit all seinen Eigenschaften, Besonderheiten, Bedürfnissen lässt sich eine Verbindung herstellen.

Tolerierende und respektvolle Begegnung

Mit Toleranz, Respekt und Achtung für den Gesprächspartner wird eine Verbindung auf Augenhöhe möglich. Eine weitere Zutat für ein wertschätzendes Miteinander.

„Toleranz besteht nicht darin, dass man die Ansicht eines anderen teilt, sondern nur darin, dem anderen das Recht einzuräumen, überhaupt anderer Ansicht zu sein.“ – Viktor Frankl

Wertschätzende Kommunikation

Bist Du mit einer solchen offenen, respektvollen Haltung in Beziehung getreten, bedarf es natürlich auch einer guten Kommunikation. Zuhören, wirklich zuhören (ohne während der Gesprächspartner spricht schon über die eigene Antwort nachzudenken oder voreilig Schlüsse zu ziehen!) gehört genauso dazu wie seine Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen. Das kann über Anerkennung oder ein ernstgemeintes Lob bzw. positives Feedback erfolgen.

Doch auch bei positiver Rückmeldung – dem Loben – gibt es einiges zu beachten, damit dieses seine wertschätzende Wirkung entfalten kann:

  • Es ist wichtig, Lob mit eigenen Worten individuell zugeschnitten auf den Empfänger zu formulieren – eine flache Floskel bewirkt sonst genau das Gegenteil.
  • Lobe keine selbstverständlichen Dinge, sonst ist Dein Lob schnell nichts mehr wert!
  • Lobe mehr die Anstrengung und die Energie, die jemand in ein Projekt gesteckt hat, und weniger das Ergebnis. Das ist häufig noch wirkungsvoller.

Versuche eine dankbare Haltung zu entwickeln. Mach Dir jeden Tag bewusst, wofür Du dankbar bist. Dann fällt es Dir auch leichter zu loben und selbst Lob anzuerkennen. Und wenn Du selbst gelobt wirst: Bedanke Dich von Herzen – nicht mit Gegenleistungen.

„Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob ist man machtlos.“

Sigmund Freud

Wertschätzende Kritik

Und was ist mit Kritik? Wie kann Kritik wertschätzend und respektvoll erfolgen?

  • Höre zu und erfrage Hintergründe bzw. wie es zu dem kritikwürdigen Verhalten, dem Fehler etc. kam.
  • Zeige Einfühlungsvermögen und Verständnis für Dein Gegenüber.
  • Auch wenn es negative Dinge gibt, die klar angesprochen werden müssen, sorge dafür, dass das Gespräch sich nicht nur darauf konzentriert, sondern eher Stärken und Positives betont werden und vor allem Verbesserungsvorschläge im Vordergrund stehen.
  • Fördere eine offene Feedback-Kultur innerhalb des Teams – denn meist sehen die Kollegen mehr als Du selbst und sind damit häufig vielleicht sogar die besseren Feedback-Geber. Weil sie im ständigen Zusammenarbeiten vielleicht ein viel umfassenderes Bild erhalten und Stärken und Schwächen ausgewogener darstellen können.

Wertschätzung remote

Und wie geht das alles per Video-Konferenz und Telefon?

Wenn Ihr wieder verstärkt im Home-Office zusammenarbeitet und Euch in der Regel nur in einem Video-Konferenz-Raum treffen könnt, halte ich es für unabdingbar einmal pro Woche ein Meeting einzuplanen, in dem es rein um die „Beziehungspflege“ geht. In dem keine Sachthemen diskutiert werden, sondern die Menschen im Mittelpunkt stehen.

Simon Sineks Team hat dazu „The Huddle“ entwickelt: Einmal wöchentlich erzählt jeder im Team, was er auf dem Herzen hat („what’s on your heart“) und ihm durch den Kopf geht („what’s on your mind“). Jeder teilt sich auf persönlicher Ebene mit. Dadurch entsteht sehr schnell eine viel tiefere Verbindung als dies jemals über die rein sachliche Zusammenarbeit möglich wäre. Und diese Verbindung ermöglicht es erst, sich gegenseitig zu verstehen und wertzuschätzen. Denn nur wenn ich weiß, was beim anderen los ist, kann ich sein Handeln in seiner Gesamtheit einordnen. Das Wissen um die persönliche Situation des Menschen hinter dem Job, ermöglicht Begegnung auf Augenhöhe. Begegnung mit Wertschätzung.

Gelassenheit – Dein eigenes Wunder

„Je reifer und gelassener eine Persönlichkeit ist, umso mehr wird sie fähig sein, den Wert anderer anzuerkennen. Nur wer sich aus dem ständigen Vergleichskampf mit den Mitmenschen herausnimmt, wer sich selbst genügt und der Gier nach Überlegenheit und Macht widerstehen kann, duldet auch andere Götter neben sich.“

Reinhard Haller

Wertschätzung ist nach außen gerichtet, bestimmt die Art und Weise wie wir anderen begegnen.

Gelassenheit dagegen, richtet sich nach innen, bestimmt die Art und Weise wie wir mit uns selbst umgehen.

Gelassenheit bedeutet, Schwierigkeiten und Veränderungen, Emotionen und potenziellen Stressfaktoren mit einer gewissen Distanz zu begegnen. Mit einer gewissen kühlen, unemotionalen Analytik, die uns hilft, nicht im momentanen Gefühlschaos unterzugehen, nicht dem ersten emotionalen Handlungsimpuls zu folgen und kein „kopfloser“ Sklave unserer Emotionen zu sein.

Gelassenheit bedeutet, mit Souveränität, Ruhe und Besonnenheit vorzugehen. Emotionen von Handlungen zu entkoppeln.

Gelassene Personen wirken erfahren, souverän, selbstsicher. Sie vermitteln Sicherheit. Sie sind freier.

Freier, weil sie nicht unter dem Diktat ihrer Emotionen stehen, ausgelöst durch Rivalität, Kränkungen, plötzliche Veränderungen, Rechthaberei, Machtkämpfe etc.

Deine eigene Gelassenheit zu entwickeln, bedeutet in der Hauptsache, Dich mit Deinen Gefühlen, Emotionen, Glaubenssätzen, Reaktionsmustern, Gedankenspielen – kurz: mit Deiner inneren Welt – auseinanderzusetzen. Und Schritt für Schritt die Fähigkeit zu entwickeln, Emotionen nicht spontan zu folgen, sondern die inneren Abläufe aus einer gewissen Distanz zu betrachten und sich erst dann zu einer Handlung zu entschließen.

Ich konnte diese Fähigkeit für mich mit regelmäßigen Yoga-Übungen und Meditation entwickeln. Wenn Dich das näher interessiert, melde Dich gerne bei mir per E-Mail oder lass uns dazu sprechen.

Zu Reinhard Hallers Buch

Er zeigt in seinem Buch „Das Wunder der Wertschätzung – Wie wir andere stark machen und dabei selbst stärker werden“ sehr eindrücklich auf, wie wichtig Wertschätzung für jeden Einzelnen von uns, aber genauso für unsere Gesellschaft als Ganzes ist. Er beschreibt aber mindestens genauso eindrücklich, wie „emotional verhungert“, verroht, narzisstisch unsere Gesellschaft geworden ist.

Um dem entgegenzusteuern und einer zunehmenden „Sehnsucht nach positiver Zuwendung“ nachzukommen, gibt er viele wertvolle Impulse, wie wir wieder zu mehr Wertschätzung zurückfinden können.

Damit stärken wir nicht nur andere, sondern auch uns selbst. Win-win.

Was denkst Du dazu? Lohnt sich ein wertschätzender Umgang? Oder ist das verschwendete Energie?

Wer sollte das hier lesen?

Ich freue mich über Deine Kommentare und Gedanken:


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