2. April 2020

Manager oder Leader? Wer bist Du? Und wer willst Du sein?

Führung

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Wenn Du Dich mit dem Thema Führung beschäftigst, stößt Du schnell auf die Unterscheidung zwischen Managern und Leadern (neben diversen Führungsstilen, auf die ich demnächst in einem anderen Blog-Post eingehe). Was soll diese Unterscheidung? Und warum ist sie wichtig? 

Management vs. Leadership

Warum ist das überhaupt wichtig?

Damit Du die Führungskraft wirst, die Du sein möchtest, und damit Du in Deiner Führungsrolle immer besser und erfolgreicher wirst, ist es erforderlich, Dich mit Dir selbst und Deiner Rolle als Führungskraft aktiv auseinanderzusetzen.

Diese Auseinandersetzung mit Dir selbst, Deiner Führungsrrolle und dem Umfeld, in dem Du agierst, gelingt vor allem über das Reflektieren verschiedener Fragestellungen. Wie zum Beispiel:

  • Welche Stärken und Schwächen hast Du?
  • Was fällt Dir leicht, was eher schwer?
  • Welche Werte sind Dir wichtig?
  • Warum möchtest Du überhaupt Führungskraft sein oder warum bist Du Führungskraft geworden?
  • Wie möchtest Du als Führungskraft agieren?
  • Was gehört aus Deiner Sicht zu den Aufgaben einer Führungskraft?
  • Welche Ziele verfolgst Du – für Dich persönlich, genauso wie für Deinen Verantwortungsbereich?
  • In welchem Umfeld agierst Du?
  • Was braucht Dein Team, was brauchen Deine MitarbeiterInnen – um motiviert und effizient arbeiten zu können, um abends zufrieden nach Hause zu gehen und morgens voller Elan loszulegen?
  • Was brauchst Du, um mit Dir selbst in Deiner Rolle zufrieden zu sein?
  • Welche Erwartungen werden von außen (Deinem Chef, Deinen Kollegen, Deinen Kunden, Deiner Partnerin, Deinem Partner etc.) an Dich bzgl. Deiner Führungsrolle herangetragen und wie gehst Du damit um?

Die konkrete Beantwortung solch offener Fragen ist jedoch nicht immer einfach. Hilfreich kann es dann sein, sich mit vorhandenen „Nomenklaturen“ oder Definitionen von Führung auseinanderzusetzen, um darüber Denk- und Reflektionsanstöße zu erhalten und so für Dich herauszufinden, was Dich anspricht und was Dir eher fremd ist, was Du willst und was Du nicht willst.

Die Unterscheidung zwischen Management und Leadership ist eine solche „Definition“, die Dir auf diesem Weg ein Stück Klarheit bringen kann.

Was ist der Unterschied zwischen Managern und Leadern?

Harvard-Professor John P. Kotter erläuterte bereits in den 1980ern und dann ausführlicher 1990 in einem seiner Bücher („A Force For Change: How Leadership Differs From Management„) den Unterschied zwischen Managern und Leadern (das ist schon eine Weile her, stimmt aber immer noch!):

Manager…Leader…
agieren eher als Verwalter.agieren als Visionäre.
organisieren Abläufe, planen, kontrollieren.inspirieren und motivieren Menschen.
bewahren den Status Quo, optimieren und perfektionieren.schaffen Kreativität, Innovation, Sinnerfüllung und Wandel.

Das klingt alles nun fast so, als wäre Leadership das bessere Konzept. Das ist jedoch ein Irrtum! So sagt Kotter auch:

„Strong leadership with weak management is no better, and is sometimes actually worse, than the reverse.“

John P. Kotter
Gute Manager…

Denn gute Manager besitzen Fähigkeiten und Kompetenzen, auf die kein Unternehmen verzichten kann! Gute Manager wissen Themen, Prozesse und Projekte zu organisieren und umzusetzen. Sie setzen Ziele. Sie wissen mit Komplexität umzugehen. Sie lösen Probleme. Sie planen, budgetieren und kontrollieren. Sie gestalten effiziente Prozesse und optimieren diese. Der Fokus liegt auf Strukturen. Gute Manager erhalten, verwalten und perfektionieren das System, minimieren Reibungsverluste und Risiken.

Gute Leader…

Gute Leader gestalten. Vor allem Beziehungen. Sie entwerfen motivierende Visionen, geben die Richtung vor und sorgen so dafür, dass alle an einem Strang ziehen. Sie inspirieren andere. Sie verändern. Sie binden in Veränderungsprozessen alle Betroffenen und Beteiligten so ein, dass die Veränderung erfolgreich bewältigt werden kann. Der Fokus liegt auf den Menschen.

Je nach Situation und Kontext, sind also eher Management-Fähigkeiten oder Leadership-Qualitäten von Dir als Führungskraft gefordert.

Die Frage ist, ob Du Dir im Laufe Deiner Führungslaufbahn je bewusst gemacht hast, dass es neben deiner Management-Fähigkeiten und Deiner fachlichen Kompetenz noch mehr braucht? Dass auch spezielle Leadership-Kompetenzen nötig sind, um in Deiner Führungsrolle voll umfänglich und dauerhaft erfolgreich zu sein?

Was bist du?

Es geht um zwei grundlegende Entscheidungen…

Auf dem Weg zur Führungskraft, die ihren Verantwortungsbereich zu managen weiß UND die gleichzeitig von ihren MitarbeiterInnen für einen herausragenden Leader gehalten wird, geht es um zwei grundlegende Entscheidungen.

Die erste hast Du sicher bereits getroffen, wenn vielleicht auch nicht bewusst:

(1) Du hast Dich irgendwann dazu entschieden, Führungskraft sein zu wollen.

…und hast alles dafür getan, um einen Job als Führungskraft zu bekommen.

Als es dann soweit war, hast Du Dich vielleicht nicht von Anfang an wohl gefühlt in Deiner Rolle. Deine vormaligen Kollegen gingen plötzlich anders mit Dir um, Du musstest womöglich unangenehme Gespräche mit Deinen MitarbeiterInnen führen und bei Deinen Kollegen und neuen Vorgesetzten musstest Du Dir erst die Sporen verdienen.

Mit der Zeit hast Du Dich daran gewöhnt und die Situation akzeptiert. Du bist hineingewachsen und es läuft.

Um aber wirklich zu einem Leader zu werden, braucht es mehr als das:

(2) Du musst Dich bewusst entscheiden, Menschen führen zu wollen.

Du musst Dich entscheiden, Deinen Bereich nicht nur managen und verwalten zu wollen, sondern wirklich Menschen führen zu wollen. Wenn das geschehen ist, ändert sich Deine innere Haltung. Du gehst anders auf Deine MitarbeiterInnen zu und wirst anders von KollegInnen und Vorgesetzten wahrgenommen.

Ein Leader zu sein bedeutet, einen deutlich stärkeren Fokus auf die Menschen in Deinem Verantwortungsbereich zu legen. Es geht nicht mehr nur darum, Aufgaben zu verteilen, Projekte zu managen und Ziele zu erreichen. Sondern es geht darum, die Richtung vorzugeben. Dein Team zu motivieren und zu inspirieren. Deine MitarbeiterInnen auch persönlich voranzubringen. Darum, eine Vision zu finden, die alle zusammenbringt und alle an einem Strang ziehen lässt.

Als Leader gestaltest Du aber genauso die Beziehungen außerhalb deines Verantwortungsbereichs. Du baust tragfähige Beziehungen zu Entscheidungsträgern auf und sorgst so dafür, dass Deinen MitarbeiterInnen die nötigen Ressourcen für die Projekte zur Verfügung stehen. Du bist in gutem Kontakt mit Deinen Kollegen und sorgst so für gute Zusammenarbeit mit Deinem Bereich. Du kümmerst Dich um vertrauensvolle Beziehungen zu Euren KundInnen und nicht nur darum, dass deren Bedürfnisse abgearbeitet werden.

Du kümmerst Dich.

Um Deine MitarbeiterInnen, Vorgesetzen, KollegInnen, KundInnen.

Um Menschen.

Wie Du das Thema Beziehungsmanagement ganz gezielt angehen kannst, erfährst du in meinem (kostenlosen) 7-tägigen E-Mail-Seminar. Mehr Infos findest Du hier: „Der unterschätzte Erfolgsfaktor – was Du unbedingt wissen musst, wenn Du als Führungskraft erfolgreich sein möchtest.“

Manager entwicklen ihre Kompetenz – Leader sich selbst

Wenn Du eine wirklich gute Führungskraft werden möchtest, kümmerst Du Dich nicht nur um die Weiterentwicklung Deiner Management-Kompetenzen und Deiner Fachexpertise. Um wirklich in Führung zu gehen, ein Leader zu werden, das Mittelmaß zu verlassen und ein Chef zu werden, der anderen (positiv) im Gedächtnis bleibt, braucht es die Auseinandersetzung mit Dir selbst und Deiner Rolle als Führungskraft.

Eine gute Möglichkeit, sich mit sich und der eigenen Rolle auseinanderzusetzen, sind Persönlichkeits-Assessments. Damit erhältst Du einen „Blick von außen“, erfährst mehr über Deine Reputation, also jene Eigenschaften, die andere an Dir wahrnehmen, und Deine Werte und Motivatoren, die u.a. aufzeigen, in welchem Arbeitsumfeld Du am produktivsten und erfolgreichsten bist. Wenn Du daran Interesse hast, melde Dich gerne bei mir: https://calendly.com/simoneolbert/15min

Welche Unterschiede zwischen Managern und Leadern siehst Du?

Wer sollte das hier lesen?

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